Artist Statement
Meine Arbeit bewegt sich im Zwischenraum von Figuration und Abstraktion. Durch die Reduktion auf das Wesentliche öffne ich Bildwelten, in denen sich Sichtbares
und Unsichtbares berühren. Die Figuren, die darin entstehen, sind weniger Körper als Zustände: fragile, freie Wesen, die sich von den Grenzen der Realität lösen und die Ungebundenheit des Geistes
verkörpern.
Ein zentraler, oft stiller Bestandteil meines Schaffens ist die Seele. Sie erscheint nicht als Motiv, sondern als Atmosphäre – in der Zartheit der Linien, in der
Auflösung von Konturen, im Schweben meiner Figuren zwischen Anwesenheit und Entrückung. Diese Wesen sind Manifestationen seelischer Bewegungen: Erinnerungen, Träume, Übergänge. Ihre Schwebe verweilt
im Unbestimmten und lädt dazu ein, die eigene innere Resonanz zu spüren.
Vergänglichkeit und Wahrnehmung bilden den Kern meiner Auseinandersetzung. Die verschwommenen Ränder, die Schichtungen und Auflösungen erschaffen Räume, in denen
das Bekannte sich verliert und neue Bedeutungen entstehen können. In den Unschärfen zeigt sich die Fragilität des Erinnerns – und zugleich ein Moment stiller Stärke.
Material und Technik tragen diesen Gedanken weiter. Tempera auf Kreidegrund, das Spiel lebendiger Farben mit feinen Nuancen, ebenso wie Schichtungen aus Wachs,
erzeugen eine Tiefe, die an seelische Landschaften erinnert: Schicht über Schicht, teils sichtbar, teils verborgen. Diese Oberflächen werden zu poetischen Resonanzräumen, in denen Zeit, Gefühl und
Imagination ineinanderfließen.
Meine Kunst versteht sich als Dialog zwischen Realität und innerer Welt. Sie eröffnet einen Zwischenraum – einen Ort, an dem Fantasie und Erfahrung, Körper und
Geist, Klarheit und Geheimnis miteinander verschmelzen. In diesem Schwebezustand entsteht eine stille Einladung, der eigenen Seelenbewegung zu begegnen.