Wachsarbeiten

Meine Wachsarbeiten entstehen aus der Schichtung von Papieren, Fragmenten und Pigmenten, die in mehreren transparenten Wachslagen eingebettet werden. Material wird aufgetragen, überdeckt, wieder abgenommen und partiell freigelegt. Dieser prozesshafte Umgang erzeugt Oberflächen, in denen sich Verdichtung und Durchlässigkeit, Präsenz und Verschwinden abwechseln.

Wachs fungiert dabei als verbindendes Medium: Es speichert Licht, mildert Konturen und lässt unterschiedliche Materialien ineinander übergehen. Die Arbeiten sind weniger als feste Bilder zu verstehen denn als materielle Zustände – Spuren von Zeit, Berührung und Veränderung, in denen Fragment, Schichtung und Wahrnehmung in ein fragiles Gleichgewicht treten.

 

 

 

 

Zwischen den Zeilen der Zeit

Der Fokus liegt auf der Zerbrechlichkeit und Vergänglichkeit von Erinnerungen. Fragmente werden sichtbar, entziehen sich jedoch fortwährend der Wahrnehmung – im Prozess von Erinnern und Vergessen bleibt die Flüchtigkeit die einzige Konstante.

 

 

 

 

 

Unverblümt und ungesagt

Schichten aus Wachs, Papier und Pigment lassen das Unausgesprochene zwischen Präsenz und Zurückhaltung erscheinen.

 

 

 

 

 

Notationen

Rhythmische Wiederholungen machen die Vielschichtigkeit des Inneren erfahrbar. Sie spiegeln geistige Muster, die zugleich Ordnung und Chaos enthalten. Mal erscheinen sie gedrängt und eingeengt, symbolisieren Begrenzungen und Zwänge; dann wieder treten sie locker und frei aus der Reihe tanzend auf, Ausdruck ungebändigter Kreativität und des Wunsches nach Freiheit. Diese Gegensätze verdeutlichen den ständigen Fluss zwischen Kontrolle und Loslassen, zwischen Struktur und Zufall. Wiederholungen sind kein starres Muster, sondern lebendige Bewegungen, die sich wandeln und entwickeln – ähnlich wie das innere Erleben selbst. Die Werke laden dazu ein, in diesen Rhythmen zu verweilen, sie zu interpretieren und eigene Bedeutungen darin zu finden, und werden so zu Spiegeln innerer Welten voller Spannung, Freiheit und unendlicher Möglichkeiten.

 

 

 

 

 

Flüchtig

In der Serie „Flüchtig“ treten schemenhafte Figuren auf, deren Konturen nur zaghaft erahnt werden können. Sie entziehen sich der Erscheinung, bevor sie vollständig erkennbar werden. Um sie herum liegen Fragmente vergangener Momente, in Wachs gegossen, Schicht für Schicht. Erinnerungen dringen hindurch und überlagern sich wie zarte Metaphern für Vergänglichkeit, zwischen Lebendigem und Vergehen. Erinnerung dient nicht der dokumentarischen Erfassung, sondern macht die Vergangenheit spürbar. Im Moment des Betrachtens wird sichtbar, was noch fühlbar, aber nicht greifbar ist.

 

 

 

 

 

Transzendenzen III

Nur eine Linie formt die Figur. Farbflächen durchdringen die Silhouette und lösen sie auf. Die Figuren haben etwas Diffuses, nicht Greifbares. Sie entziehen sich und nur Fragmente sind noch zu erkennen. Der Prozess der Bildentstehung ist sichtbar. Farbschichten, Linien und Lasuren verdichten sich zu einer sensitiven Verwobenheit und materialisieren das Wesen der Figur.

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